Sonderausstellungen

27.06.2017 bis 24.09.2017: Der Struwwelpeter. Die Entstehung eines Welterfolgs

Von Anti-Rassismus bis Zündholz – die Ausstellung zeigt den kulturgeschichtlichen Hintergrund der Struwwelpeter-Geschichten.

Ob Paulinchen, böser Friederich oder Suppenkaspar – die Figuren aus Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“ haben ihren festen Platz im kollektiven Gedächtnis. Ursprünglich war das Buch 1844 als Weihnachtsgeschenk für Heinrich Hoffmanns dreijährigen Sohn Carl entstanden. Dem Papa hatte das Angebot an Kinderbüchern im Buchhandel missfallen. Die Ausstellung beleuchtet den kulturhistorischen Hintergrund der weltberühmten Episoden. Die Spuren hinter den Geschichten führen zu kuriosen Haarwuchsmitteln, gefährlichen Zündhölzern, frechen Hasen, erbitterten Hungerstreikenden, medizinischen Debatten und frühen Flugpionieren. Der Rundgang durch die Szenerie der Struwwelpeter-Geschichten verdeutlicht, wie Hoffmann aus vielen Anregungen mit Witz und Moral ein Bilderbuch schuf, das zu einem beispiellosen Erfolg wurde und die Kinderliteratur revolutionierte.

19.07.2017 – 31.01.2018: Struwwelpeter wird Soldat. Der erste Weltkrieg in Kinderbüchern und Karikaturen

Die Kabinettausstellung zeigt, wie Kinderliteratur im ersten Weltkrieg zur patriotischen Erziehung instrumentalisiert wurde. Die Struwwelpeter-Geschichten dienten in deutschen und britischen Medien als Vorlage für Propaganda-Karikaturen.

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft für € 12,00 erhältlich.

 

29.09.2017 – 25.02.2018: Struwwelpeter recoiffé. Französische Illustratoren frisieren Struwwelpeter neu

Vernissage: 28.09.2017, 19:00

Frankreich ist Ehrengastland der Buchmesse 2017. Vierzehn renommierte französische Illustratoren haben den klassischen Struwwelpeter-Geschichten einen frischen Look verpasst. Neben diesen neuen Versionen präsentiert die Ausstellung die französische Editionsgeschichte von Heinrich Hoffmanns Bilderbuch.

Anne Brouillard struwwelt mit

Die Ausstellung „Struwwelpeter recoiffé“ zeigt die Kreativität und Lebendigkeit der aktuellen frankophonen Illustrationsszene. Schon früher haben Illustratoren wie Claude Lapointe (F) oder Benoît Jacques (B) den „Pierre l’ébouriffé“ oder „Crasse-Tignasse“, wie der widerspenstige Held in der Übertragung von Cavanna heißt, neu gezeichnet. Vierzehn bekannte französische bzw. frankophone Autoren/Illustratorinnen sind der Einladung der Kuratorinnen Beate Zekorn (Leiterin des Museums) und Dominique Petre (Kulturbeauftragte des IFRA/Institut français) gefolgt. Die Künstler ließen sich von Struwwelpeter & Co. inspirieren und malten ein Bild, kreierten eine 3D-Illustration oder entwarfen eine Skulptur. Mit dabei sind: Albertine (Schweiz), Blexbolex (Frankreich), Anouck Boisrobert (Frankreich), Marc Boutavant (Frankreich), Anne Brouillard (Belgien), Kitty Crowther (Belgien), Claude K. Dubois (Belgien), Marianne Dubuc (Kanada), Chen Jiang Hong (Frankreich), Emmanuelle Houdart (Schweiz), Edouard Manceau (Frankreich), Louis Rigaud (Frankreich), Anaïs Vaugelade (Frankreich) und Christian Voltz (Frankreich).

Die Ausstellung „Struwwelpeter recoiffé“ in Frankfurt wird am Donnerstag, den 28.09.2017, 19:00, mit einer „Führung im Sitzen“ vom Bilderbuchexperten Andreas Platthaus (Literaturchef der Frankfurter Allgemeine Zeitung) eröffnet. Sie wird bis zum 28.02.2018 im Struwwelpeter-Museum (Schubertstraße 20, 60325 Frankfurt am Main) gezeigt.

Malwettbewerb: Deutsche Kinder zeichnen französische Kinderbuchfiguren

In Kooperation mit der Stadtbücherei Frankfurt findet im Rahmen der Ausstellung ein großer Malwettbewerb statt. Die Teilnehmer sollen „umgekehrt“ ihren Lieblingsbilderbuch- oder Comic-Helden aus der frankophonen Literatur malen. Ob Le Petit Prince, der kleine Nick, Babar, Bécassine oder Asterix, Tim und Struppi, Titeuf und Ariol – das kann jeder selbst entscheiden. Drei Frankfurter IllustratorInnen der Labor Ateliergemeinschaft, Moni Port, Jörg Mühle und Philip Waechter, werden mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Lieblingsfiguren zeichnen. Diese Collage, vom Goethe Institut Lyon finanziert, wird in der Ausstellung zu sehen sein. Die Gewinner des Malwettbewerbs werden am deutsch-französischen Tag (22. Januar 2018) bekanntgegeben und ihre Werke einen Monat lang im Struwwelpeter-Museum ausgestellt.

Angebote für Kinder

„Struwwelpeter recoiffé“ präsentiert hervorragende KinderbuchautorInnen, deren Bücher auf Deutsch erschienen sind und in der Ausstellung zum Lesen und Anschauen angeboten werden. Ein Leitfaden für Kinder führt durch die bunte Welt der Bilder. Besuche von Kindergärten, Schulklassen und Horten sind herzlich willkommen. Workshops mit teilnehmenden Künstlerinnen sind vorgesehen, wie zum Beispiel mit Anaïs Vaugelade im Rahmen der LeseEule der Stadt Frankfurt in November 2017. Überdies wird das Institut franco-allemand IFRA/Institut français zum deutsch-französischen Tag Ende Januar 2018 spezielle Führungen für Schüler anbieten, die Französisch lernen.

 

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